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ANTI-FLAG

Pat Thetic und Justin Sane tragen nicht nur unfassbar lustige Namen, sondern sind auch Freunde seit früher Jugend. Der Drummer und der Sänger und Gitarrist von Anti-Flag erlernen bereits ab 1988 in Glenshaw, Pennsylvania ihre Instrumente. Bereits ein Jahr später gründen sie ihre erste Band, allerdings mit Justins Schwester Lucy Fester als Sängerin. Nach nur einem Konzert mit dieser Formation wird das Experiment allerdings ad acta gelegt, und bis 1993 passiert nicht viel.
Dann geht Justin für ein paar Monate nach Kalifornien und beobachtet die dortige Szene. Nach diesem Aufenthalt wollen Justin und Pat unbedingt wieder eine Band betreiben. Als Bassisten ziehen sie Andy Flag hinzu, den Justin aus der Kirche (!) kennt. Beide sind von ihren Müttern zum Besuch der Jugendgruppe gezwungen worden. Da beide aber mehr den Punk als den Gospel im Blut haben, fühlen sie sich einander verbunden, und Andy stößt gerne zu Pat und Justin.
Der Name Anti-Flag bezieht sich auf eine Gruppe von Möchtegern-Punks, die Ende der Achtziger die Szene Pittsburghs unsicher machten. Sie trugen die amerikanische Flagge als Zeichen ihrer Gruppe und verprügelten alle, die nicht in das Weltbild der Gang passten. Zu dieser in ihren Augen faschistoiden Einstellung sehen sich Anti-Flag in Opposition. Gleichzeitig macht der Name von Anfang an klar, dass Anti-Flag eine politische Band ist, die eine Meinung vertritt und ihre Hörer zum Nachdenken anregen will.
Da die Jungs nicht viel Geld haben, um in andere Städte zu fahren und Shows zu spielen, lassen sie sich von ihrer Freundin Anne Flag in ihrem Van durch die Gegend kutschieren und erspielen sich so einen Namen. Ihre erste US-weite Tour absolvieren sie 1995. Während dieser Zeit streiten Justin und Andy viel, und am Ende einer zweiten Tour im Frühjahr 1996 verlässt Andy Flag die Band. Nach kurzen Gastspielen von anderen Bassisten (u.a. Sean von den Bad Genes) hilft bei einer Show Anfang 1997 Chris Head aus und bleibt bei der Band. Doch Chris ist Gitarrist, und Justin und Pat stehen vor dem Problem, ihn in der Band halten zu wollen, aber als Gitarristen und nicht als Basser.
Also müssen sie einen neuen Bassisten finden. Sie rekrutieren Jamie Cock praktisch von der Straße weg, nachdem Anti-Flag eine Show in ihrer Heimatstadt gespielt haben. Leider bleibt sie der Band auch nur zwei Jahre erhalten. Als nächstes tritt ein Fan auf den Plan: #2 ist ein Anhänger der Band, der bei vielen Shows der Band anwesend war und behauptet, er sei in der Lage, den vakanten Posten kompetent zu besetzen.
Ihren dritten Longplayer “A New Kind Of Army” spielen sie mit #2 ein, das Album erscheint im April 1999 beim New Yorker Label Go-Kart. In diesem Jahr machen die Jungs Bekanntschaft mit Tom Morello, der später “The Terror State” produzieren sollte, als sie einige Shows mit Rage Against The Machine spielen. Da “A New Kind Of Army” ein unerwarteter Erfolg wird, sind Anti-Flag in der Lage, ein kleines Label zu gründen, um Nachwuchsbands eine Plattform zu bieten: A-F Records.
Auf der Warped Tour 2000 lernen sie Fat Mike von NoFX kennen, der sie einlädt, ihr nächstes Album “Underground Network” auf seinem Label Fat Wreck zu veröffentlichen. Anti-Flag nahmen das Angebot gerne an. Ihre nächste Platte, “Mobilize”, eine Mischung aus Studio- und Livealbum, bringen sie dann auf eigene Faust heraus. Danach touren sie auch in Europa, unter anderem mit den Donots. Die Warped Tour 2002 läuft natürlich auch nicht ohne Anti-Flag.
Mit der erwähnten, sechsten Langrille “The Terror State” schießen sich Anti-Flag via Fat Wreck auf den Präsidenten als Staatsfeind Nummer Eins ein, eine Praxis, die auf dem Nachfolger “For Blood And Empire”, der im März 2006 beim Sony-Sublabel Red Ink erscheint, immer noch gut funktioniert.
Überraschungen gibts erst 2008: Auf “The Bright Lights Of America” findet der geneigte Fan zwar die altbekannten Themen, das Soundgewand ist aber ein punktuell Neues. Die musikalische Innovation drückt sich gleich im Opener anhand Triangelspiels und Kinderchor aus, später wandern Percussions und leichte Noiserock-Anleihen ins Klangbild. laut.de

 

Label: Anti-Flag Records

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