MUFF POTTER

Nichts für zart Besaitete: Muff Potter aus Münster sind die selbst ernannten Vertreter der “angry pop music”. Dieser Name ist Programm: Seit nunmehr zwölf Jahren sind die Vier im Geschäft und lassen ihren Gefühlen freien Lauf – dabei nehmen sie kein Blatt vor den Mund beziehungsweise vor die Gitarre. Angefangen hat alles 1993, als die Jungs mit rund 17 Jahren als Punk-Band die Jugendzentren Deutschlands unsicher machten. Mittlerweile sind Muff Potter “alte Hasen”, haben vier Alben und unzählige Singles veröffentlicht und sind im Laufe der Jahre erwachsener geworden. Ihren unverblümt unverschämten Texten sind Muff Potter in dieser Zeit treu geblieben.

Grübeleien über Gewalt, falsche Aufrichtigkeit, Gefühle mit all ihren Höhen und Tiefen und natürlich auch die gewöhnlichen Geschichten, die das Leben so schreibt, verewigen die Münsteraner in ehrlichen und sehr direkten Wortspielen. “Die etwas öde Ballade der Tristessa M.” erzählt von der ausweglosen Lage einer verzweifelten Ehefrau. Der triste Alltag eines Obdachlosen wird zum Gegenstand von “Am 5. Oktober, wie jedes Jahr” und “Young until I die” gibt Einblicke in ein Zwiegespräch mit dem eigenen Ego. Diese drei und elf weitere Oden an das Leben finden sich auf “Heute wird gewonnen, bitte”, der aktuellen Scheibe von Muff Potter.

Bei Rocco del Schlacko sind diese Vier nun schon zum zweiten Mal dabei – eine Rarität in der siebenjährigen Festival-Geschichte. Verdient haben sie sich das: In den Texten und der Musik von Muff Potter findet sich nämlich nicht nur jeder Rock-Fan irgendwo wieder. Nach dieser Live-Performance wird kaum jemand das vergessen, was so etwas wie eine Botschaft dieser Band ist: “Wir sind brothers in open arms und young until I die”.

cms

Label: Universal

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